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Am 22. April bringt das Reussische Kammerorchester in Gera Aziza Sadikovas Konzert für zwei Kontrabässe und Kammerorchester zur Uraufführung. In dem neuen Werk reflektiert die Komponistin die krisenhafte Weltlage unserer unmittelbaren Gegenwart.

Der Gattung des Konzertes widmet sich die Komponistin Aziza Sadikova mit besonderer Leidenschaft. In ihrem neuen Konzert für zwei Kontrabässe und Kammerorchester geht es um Gefühle, die die Kriege dieser Welt im Inneren der Menschen auslösen. Um die Trauer und den Verlust geliebter Menschen, um die Angst und die Verzweiflung über die sinnlose Zerstörung von Leben und vertrautem Umfeld, das für immer verloren und unersetzbar ist. Der Kontrabass mit seiner gedämpften Klangpalette schien Aziza Sadikova zum Ausdruck all dessen das richtige Instrument.

„Das Konzert für zwei Kontrabässe und Kammerorchester hat auch mit dem Thema Krieg zu tun“, kommentiert die aus Usbekistan stammende Komponistin. „Der Kontrabass mit seiner Tiefe und seinem mystischen Klang hat mich schon immer inspiriert. Dunkle, zugleich warme Töne ermöglichen es, jene emotionale Verfassung zu untermalen, die den Geist in Zeiten der Unsicherheit, der Verlorenheit und der Angst bewegt. Klangvolle Töne laden den Zuhörer zu einer philosophischen Auseinandersetzung mit meiner Musik ein.“

Wie gewohnt arbeitet die Komponistin dabei mit starken Kontrasten und einer Vielzahl stilistischer und spieltechnischer Mittel sowohl bei den Soloinstrumenten als auch im Orchester. Dass das Werk mit Ausnahme der beiden (leicht elektronisch verstärkten) Soloinstrumente gänzlich auf Streicher verzichtet und im Begleitapparat nur wenige Holz- und Blechbläser, Harfe sowie Schlagwerk wie etwa Röhrenglocken, Pauken und japanische Klangschalen (inklusive von Schlagzeugern geräuschhaft eingesetzter Weingläser) besetzt sind, ist ebenso außergewöhnlich wie effektvoll. Am Beginn des Doppelkonzerts steht ein Trompetenmotiv, das später immer wieder aufgegriffen wird.

Unruhe, chromatische Triller und harte rhythmische Passagen prägen die Furcht und Elend ausdrückenden Teile des Werkes. Dem lässt Sadikova berührendste Momente entgegentreten, in denen sie die Soloinstrumente in fragilsten Klangfarben und breit angelegten melodischen Bögen singen lässt. Weit ausgreifend und voller Spannungen ist die Harmonik dieses Werkes, in dem die Komponistin auch eine Brücke zu menschlichen Stimmen sowohl symbolisch als auch tatsächlich schlägt. Musikerinnen und Musiker des Kammerorchesters flüstern sogar die russischen Worte „Tishina (Stille)“, „Dykhaniye (Atem)“ oder „Golosa (Stimmen)“, und die kantablen Melodiebögen der Kontrabässe vergleicht Sadikova ganz ausdrücklich mit menschlichen Stimmen. Dass Franziska Rau und Vincent Paul Yehudin Peterseim als Solist*innen der Uraufführung mit dem Reussischen Kammerorchester unter der Leitung von Ruben Gazarian am 22. April 2026 in Gera auch Mimik und Bewegung als theatralische Elemente einsetzen werden, ist von Aziza Sadikova ausdrücklich gewünscht.

Die an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar ausgebildete Franziska Rau ist seit fünf Jahren Solo-Kontrabassistin der Magdeburgischen Philharmonie am Theater Magdeburg. Vincent Paul Yehudin Peterseim ist stellvertretender Solo-Kontrabassist am selben Haus. Der musikalische Leiter Ruben Gazarian stammt aus Armenien und ist derzeit Generalmusikdirektor am Theater Altenburg-Gera.

Aziza Sadikova:
Konzert für zwei Kontrabässe und Kammerorchester
UA: 22.04.2026 Konzertsaal, Gera
Franziska Rau & Vincent Paul Yehudin Peterseim, Kontrabässe
Reussisches Kammerorchester
Musikalische Leitung: Ruben Gazarian
(Folgeaufführungen am 23. in Gera und am 24. April in Altenburg)
Kompositionsauftrag der Theater Altenburg Gera gGmbH, unterstützt durch den Orchesterförderverein

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Foto: Aziza Sadikova (© Alina Leonova)

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