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Ein Psychopath namens Wowa nistet sich als ungebetener Gast im Zuhause eines Ehepaars ein: Alfred Schnittkes erste Oper Leben mit einem Idioten aus den Jahren 1991/92 steckt voller irrationaler Elemente, Gewalt und auch politischer Implikationen. Nun zeigt das Theater Magdeburg eine neue Produktion, inszeniert von Intendant Julien Chavaz.

Die erste Oper Leben mit einem Idioten von Alfred Schnittke nach Viktor Jerofejews Buchvorlage ist durchsetzt von psychischen und körperlichen Grausamkeiten, schizophrenen und noch dazu überwiegend namenlosen Charakteren. „Inhaltlich herrscht eine geradezu unmögliche Mischung von Hohem und Niedrigem“, sagte der 1998 verstorbene Komponist dazu, „ohne die Dominanz eines gültigen stilistischen ‚Schlüssels‘. Alle Rollen (mit Ausnahme des wahnsinnigen ‚Wowa‘) sind doppeldeutig angelegt. Sie sind naturalistisch aktiv-präsent und gleichzeitig dichterisch distanziert.“

Die 1992 am Het Muziektheater Amsterdam unter der Leitung keines Geringeren als des Schnittke-Freundes und Cellisten Mstislaw Rostropowitsch uraufgeführte Oper erfuhr zuletzt, im Jahr 2024 von Kirill Serebrennikov am Opernhaus Zürich inszeniert, große Resonanz. In der aktuellen Spielzeit kommt sie am Theater Magdeburg neu heraus. Regie führt Hausherr Julien Chavaz, die musikalische Leitung hat Paweł Popławski. Die Premiere, besetzt mit dem ungarischen Bariton Gyula Nagy (in der Rolle des ‚Ich‘), der Sopranistin Alison Scherzer (als Frau) und dem schon einmal für einen Grammy nominierten kasachisch-amerikanischen Sänger Timur (Idiot/Wowa) findet am 7. März statt.

Als Intendant ebenso wie als Regisseur hat die Arbeit von Julien Chavaz immer wieder starke Aufmerksamkeit und Zustimmung bei Publikum und Presse gefunden, insbesondere auch mit seltener gezeigtem Repertoire des 20. Jahrhunderts. So wurde etwa seine Inszenierung von Dmitri Schostakowitschs Operette Moskau, Tscherjomuschki 2018 am Théâtre de l’Athénée in Paris von der Zeitung Le Monde umgehend zu den besten Produktionen des Jahres gezählt. Schnittkes Leben mit einem Idioten am Theater Magdeburg verspricht in Chavaz’ Deutung ein groteskes Theaterspektakel.

Zur Opernhandlung:

Ein russischer Schriftsteller, genannt ‚Ich‘, muss zur Strafe für seinen Mangel an Mitgefühl einen Wahnsinnigen bei sich aufnehmen. Er geht in eine Klinik für Geisteskranke und wählt den rothaarigen, angeblich 'fügsamen und verständigen' Wowa. Anfangs benimmt sich Wowa ruhig und bescheiden. Allmählich jedoch ändert er sein Verhalten, leert den Kühlschrank, wirft die Lebensmittel umher. ‚Ich‘ und seine Frau versuchen verzweifelt, sich gegen Wowa zu wehren, doch es hilft nichts: Er zerstört alles, wirft ‚Ich‘ aus dem Schlafzimmer und vergewaltigt die Frau, die schwanger wird. Später beginnt er eine sexuelle Beziehung mit ‚Ich‘. Die beiden Männer richten sich im Nebenzimmer ein und genießen ihr trautes Beisammensein, verprügeln manchmal die Frau, kümmern sich jedoch ansonsten wenig um sie. Schließlich stellt die Frau mit den Worten 'Er oder ich!' Wowa vor eine Entscheidung. Wowa handelt rasch und konsequent: Mit einer Gartenschere trennt er der Frau den Kopf ab und verschwindet mit ihrem Körper. Niemand hat ihn je wieder gesehen. Für ‚Ich‘ ist das zuviel: Er verliert den Verstand und wird bei seiner Ankunft in der Psychiatrie vom Wärter wie ein alter Bekannter empfangen.

Alfred Schnittke:
Leben mit einem Idioten
Oper in zwei Akten
Libretto von Viktor Jerofejew, deutsch von Jörg Morgener
Premiere: 7. März 2026 Theater Magdeburg
Inszenierung: Julien Chavaz
Musikalische Leitung: Paweł Popławski
Bühne: Anneliese Neudecker
Folgeaufführungen: 28. März, 12. April, 3. und 17. Mai 2026
Koproduktion mit der Opéra national de Nancy-Lorraine
> Stück und Besetzung beim Theater Magdeburg
 

>  Further information on Work: Life With an Idiot

Abb.: Promo-Motiv Theater Magdeburg: © Neue Gestaltung, Berlin

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