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Nach dem großen Erfolg seines Hamlet hat sich Brett Dean eine weitere Oper vorgenommen: Of One Blood thematisiert das Verhältnis von Macht und Individuum am Beispiel von Maria Stuart und Elisabeth I. Die Münchner Uraufführung am 10. Mai wird inszeniert von Claus Guth, dirigiert von Vladimir Jurowski.

„Von einem Blut“ sind die beiden Herrscherinnen, als „Schwesternkrieg“ ging ihre Beziehung in die Weltliteratur ein. Persönlich begegnet sind sich die englische Königin Elisabeth I. und ihre Cousine Maria aus dem schottischen Haus der Stuarts nie. Und doch waren ihre Schicksale untrennbar miteinander verflochten. Ihre Fehde ist auch einem Streit der Religionen geschuldet: Aus katholischer Sicht war die Schottin legitime Erbin des Hauses Tudor und somit die rechtmäßige englische Königin. Auf Druck ihres Parlaments entledigte sich die Protestantin Elisabeth ihrer Rivalin schließlich. Zahlreiche Legenden ranken sich um den politischen und privaten Gegensatz der „Königin der Herzen“ Maria und der „jungfräulichen Königin“ Elisabeth. Intrigen, Verschwörungen und Manipulationen beherrschten das Handeln beider Parteien. Und das gemeinsame Blut war schließlich nicht dicker als der Wille zur Macht.

Nach langen Jahren in Berlin ist Brett Dean, der als Komponist, Dirigent und Bratscher viel in den musikalischen Metropolen der Welt unterwegs ist, in ein Dorf südwestlich von London gezogen – in geografische Nähe zu historischen Stätten der britischen Geschichte, zu denen auch die Grabstätten von Elisabeth und Maria Stuart in der Westminster Abbey gehört: Die konkurrierenden Königinnen fanden nur wenige Meter voneinander entfernt ihre letzte Ruhestätte. Aus dieser posthumen physischen Nähe gewann Dean Inspiration für die Konzeption von Of One Blood. In einer Partitur enormer Bandbreite, die auch unkonventionelle Spielweisen einsetzt, wechseln dynamisierte Klangflächen mit musikalischen Extremen. Identifikation und Emotionalität scheut Deans Tonsprache nicht – weltweit weiß sein Publikum genau das zu schätzen.

Für Dean offenbart sich in der Tragödie der beiden berühmten Tudor-Königinnen ein zeitloser Konflikt. Bewusst entschied er sich daher mit seiner Librettistin Heather Betts, ausschließlich auf historisches Textmaterial zurückzugreifen: „Ich habe diese Geschichte auch gewählt, um uns durch sie Aspekte unseres eigenen Lebens erkennen zu lassen – über gemeinsame menschliche Emotionen, die heute so lebendig sind, wie sie 1587 waren. Die antiquierte elisabethanische Sprache bringt eine wunderbare Abstraktion, die ein Stück Abstand schafft zu der reizlosen, durch Social Media erodierten Kommunikation des 21. Jahrhunderts“.

Mit Vladimir Jurowski am Pult und dem Regieteam um Claus Guth hat Deans neue Oper starke Anwälte. Ikonische Kulissen werden in einem Wechselspiel zeitlicher Perspektiven ans Heute herangeholt. Nach der Uraufführungsproduktion an der Bayerischen Staatsoper, die in der Spielzeit 2026/27 in München weiter auf dem Programm steht, wird Of One Blood auch bei den Co-Auftraggebern, der Santa Fe Opera sowie in einer Neuinszenierung an der Garsington Opera und der State Opera South Australia, zu erleben sein.

Brett Dean:
Of One Blood
Oper in zwei Akten
Libretto von Heather Betts nach Texten von Mary Stuart, Elizabeth Tudor und anderen Quellen aus dem 16. Jahrhundert
Auftragswerk der Bayerischen Staatoper, der The Santa Fe Opera, der State Opera South Australia und der Garsington Opera. Co-Produktion mit The Santa Fe Opera
UA: 10.05.2026 Nationaltheater München
Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski
Inszenierung: Claus Guth
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Ursula Kudrna
Licht: Michael Bauer
Choreografie: Sommer Ulrickson
mit Johanni van Oostrum (Elizabeth I, Queen of England), Vera-Lotte Boecker (Mary, Queen of Scots) und anderen; Solo-Cembalo: Mahan Esfahani

> zur Website der Bayerischen Staatsoper
 

Illustration: Bayerische Staatsoper (© Masanobu Hiroaka)

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