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Mit der 1955 vollendeten Symphonie III gelangt am 25. Juni in Regensburg ein bedeutendes Werk von Hans Winterberg posthum zur Uraufführung. Die Ausgabe sämtlicher Kompositionen Winterbergs setzt aktuell etliche Meilensteine, darunter Ersteinspielungen sowie die Komplettierung seiner Kammermusik-Notenedition.

Hans Winterberg (1901–1991) wird erst seit wenigen Jahren als einer der wichtigsten Vertreter der tschechischen Avantgarde der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Als Schüler von Alexander Zemlinsky und Alois Hába steht er in der Nachfolge Janáceks und ist zugleich dem weiteren Umfeld der Zweiten Wiener Schule zuzurechnen. Zu Lebzeiten aufgeführt, aber nicht verlegt, gerieten seine Werke nach seinem Tod durch tragische Umstände unter Verschluss und werden nun in einer Kooperation zwischen dem Exilarte Zentrum der Musikuniversität Wien und Boosey & Hawkes erstmals herausgegeben.

1952 war ein herausragendes Jahr für Winterberg, der 1947 aus seiner Heimatstadt Prag nach München übergesiedelt war. Als einziger Shoah-Überlebender der sogenannten Theresienstädter Komponisten konnte er sein Schaffen nach dem Krieg fortsetzen und erlebte Anfang der 1950er Jahre prominente Aufführungen, unter anderem durch die Münchner Philharmoniker. Nach dem großen Erfolg 1952 mit seiner während des Krieges entstandenen ergreifenden 2. Symphonie und dem 2. Klavierkonzert machte er sich an die Komposition seiner dritten Symphonie, die 1955 vollendet wurde, jedoch nie zur Aufführung kam. Mit der posthumen Uraufführung am 25. Juni werden die Regensburger Philharmoniker unter der Leitung ihres GMD Stefan Veselka das Werk, dessen Manuskript als Teil des Winterberg-Nachlasses im Sudetendeutschen Musikarchiv in Regensburg liegt, nach über 70 Jahren endlich aus seinem Dornröschenschlaf wecken.

> zum Staatstheater Regensburg

Das Label Capriccio setzt parallel dazu seinen Winterberg-Zyklus fort: mit Neueinspielungen des 2. Klavierkonzertes und der 2. Symphonie. Die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz spielt unter der Leitung von Roland Kluttig, der Ende letzten Jahres verstorbene Winterberg-Pionier Jonathan Powell ist mit einer seiner letzten, fulminanten Winterberg-Interpretationen zu hören. Bei eda records in Vorbereitung ist Teil 3 der Gesamteinspielung der Kammermusik von Hans Winterberg. Diese liegt nun auch komplett in Erstausgaben im Musikhandel vor; im Anschluss an die Kammermusik wird sich das Editionsprojekt Winterbergs Klavierwerken und Liedern widmen.
> zur Winterberg-Edition von Boosey & Hawkes / Exilarte
 
Weitere prominente Winterberg-Aufführungen 2026:

„Winterberg & Winterberg“ beim Festival Jewish Weekend
6. Juni, ehemalige Synagoge St. Pölten
> zur Veranstaltung
dazu ein 90-minütiger Klassik Treffpunkt live auf Ö1 am Morgen desselben Tages
> zur Sendung

ÖEA der 2. Symphonie durch die Wiener Symphoniker
23. September, Wiener Konzerthaus
> zum Konzert

UA der Ballettmusik Mandragora durch das Orchester der Musikuniversität Wien
Dezember 2026

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Bitte klicken Sie auch hier, um das umfangreiche Feature von Michael Haas über Hans Winterberg zu lesen (aus unserem Verlagsmagazin nota bene, 2021).

Und zur Wiederentdeckung verfolgter und verfemter Komponist*innen empfehlen wir unsere umfassende, 2025 publizierte Broschüre, mit zahlreichen Essays und Werkempfehlungen.
 

>  Further information on Work: Symphonie III

Foto: Hans Winterbergs Hände (© Archiv Peter Kreitmeir)

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