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Die Wuppertaler Bühnen setzen ihre Erkundung selten gespielter Opernschätze fort, mit besonderer Berücksichtigung kreativer Frauen der musikalischen Moderne. Nach der hochgelobten, inzwischen auf CD verfügbaren Produktion von Ethel Smyths Der Wald zeigt das Haus ab 18. April das 1960 uraufgeführte Kriminalstück The Lodger (Der Mieter) der britischen Komponistin Phyllis Tate.

Emma Bunting, eine verarmte Vermieterin im viktorianischen London, nimmt einen vornehmen Herrn in ihr Haus auf, um für sich und ihren Mann George den Lebensunterhalt aufzubessern. Langsam stellt sich jedoch heraus, dass ihr Mieter nicht das ist, was er zu sein scheint – es manifestieren sich psychische Probleme und religiöser Wahn. In Emma wächst ein Verdacht, dass der Fremde niemand Geringeres ist als der gesuchte „Jack the Ripper“! Wird sie ihn bei der Polizei anzeigen und Schlimmeres verhindern können?

Die nie aufgeklärten Verbrechen im Londoner Viertel Whitechapel, verübt ab 1888 von dem Serienmörder, der sich selbst „Jack the Ripper“ nannte, haben nicht nur viele Berufs- und Hobby-Kriminalisten bis in unsere Zeit aufs Intensivste beschäftigt – sie haben auch ihre Spur in den Künsten hinterlassen, vom Groschenheft bis zur Hochkultur. Ein eigenes Kapitel in der Rezeption des Stoffes beginnt mit der Kurzgeschichte The Lodger der britischen Autorin Marie Adelaide Belloc Lowndes. 1911 erstmals erschienen und wenig später zum Fortsetzungsroman erweitert, wurde diese fiktive Verarbeitung der Ripper-Morde etliche Male für Film und Hörspiel adaptiert. Die berühmteste Version dürfte Alfred Hitchcocks Stummfilm-Thriller The Lodger: A Story of the London Fog von 1927 sein, mit Ivor Novello in der Rolle des geheimnisvollen Mieters.

Ende der 1950er Jahre nahm sich die Komponistin Phyllis Tate der Vorlage an, zusammen mit dem Librettisten David Franklin. Ihre Opernfassung von The Lodger entstand im Auftrag der Royal Academy of Music. Gleichwohl Tate, die von 1911 bis 1987 lebte, nur eine überschaubare Zahl großformatiger Werke schuf, kann sie als eine der wichtigsten britischen Komponistinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten. Ihr Musikstil ist modern, doch eingängig, sie arbeitet mit einprägsamen Themen, atmosphärischer Orchestrierung und psychologischer Einsicht. An The Lodger interessierte sie – erklärte Gegnerin der Todesstrafe – unter anderem das für die Entstehungszeit des Buchs ungewöhnliche Verständnis für Manie und Geisteskrankheit.

Nach der Uraufführung durch die auftraggebende Hochschule erlebte die Oper Inszenierungen vor allem bei Festivals und im semi-professionellen oder pädagogischen Kontext, bis 2018 das Stadttheater Bremerhaven die deutsche Erstaufführung zeigte. Nun kommt The Lodger von Phyllis Tate neu am Opernhaus Wuppertal heraus. Regie führt Greg Eldridge, es dirigiert Yorgos Ziavras; die Premiere findet am 18. April statt. Die Produktion verspricht einen packenden, musikalisch besonderen Opernthriller, der trotz des düsteren Themas auch heitere Momente umfasst.

Phyllis Tate:
The Lodger
Libretto von David Franklin nach dem gleichnamigen Roman von Marie Adelaide Belloc Lowndes
Premiere: 18. April 2026 Opernhaus Wuppertal
Folgeaufführungen: 24. und 26. April, 3. Mai, 13. Juni und 12. Juli 2026; Premieren-Teaser am 14. April
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
> Besetzung und alle Details beim Veranstalter

> mehr über The Lodger auf der Internetseite von Phyllis Tate

 
The Lodger von Phyllis Tate wird in Deutschland von Boosey & Hawkes vertreten im Auftrag von Oxford University Press.
 

 

Bildmotiv: Wuppertaler Bühnen

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