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Publisher

B&B

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes in der ganzen Welt.

Availability

Uraufführung
4/29/1984
Wittener Tage für neue Kammermusik, Witten
Burkhard Glaetzner & Ingo Goritzki
Programme Note

Die 1983 für Burkhard Glaetzner und Ingo Goritzki komponierten Inventionen für zwei Oboen sind, auch wenn die ersten drei Stücke explizit spieltechnische Probleme zum Vorwurf haben, mehr als „nur" Etüden für fortgeschrittene Oboenspieler. Als kompositionstechnische Exerzitien ermöglichen sie einen Einblick in die Ästhetik und kompositorische Werkstatt Isang Yuns: Die vier Sätze – Triller, Glissandi, Vorschläge und Harmonie – sind kontrastierend aufeinander bezogen, zyklisch durchgebildet und zielen auf Gehalte, die Yun im auch programmatisch zu deutenden Titel des vierten Satzes nennt.

In der raschen ersten Invention Triller strebt die Stimme der 1. Oboe in immer neuen Aufschwüngen vom eingestrichenen a - ein Ton, der für Yun Reinheit wie Naivität symbolisiert - zum zwei Oktaven höheren a3. Über vier Entwicklungsetappen gelangt sie am Ende jedoch nur zum gis>3. Die zum Teil imitatorisch geführte Stimme der 2. Oboe bildet zur ersten weniger Kontrast als vielmehr Entsprechung und Ergänzung. Dass sich dabei im Zusammenklang häufig konsonante Intervalle ergeben, ist in der „Hauptklangtechnik" des Komponisten, der den zweiten Ton eines konsonanten Intervalls einmal als „Schatten" des ersten bezeichnete, ebenso sinnvoll möglich wie der forcierte Gebrauch der Dissonanz, der seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre im Bestreben um Verständlichkeit und Unmittelbarkeit zurückgegangen ist.

Im ruhigen Stück Glissandi, das auch Vierteltöne einbezieht, werden dynamisch und klanglich subtile Wirkungen erreicht. Die in sich ebenfalls dreiteilige Invention Vorschläge bringt immer freier ausgesponnene melodische Gesten. Überwiegend konsonante Intervalle erklingen im vierten Stück: Harmonie – Yun gibt hier die „Emanzipation der Dissonanz" preis zugunsten einer „Emanzipation des Melodischen".
Walter-Wolfgang Sparrer (2001)

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