Sikorski
„Der Wunsch, ein größeres Werk für Viola und Klavier zu schreiben, beschäftigte mich in den vergangenen Jahren immer wieder. Leider verhinderten terminlich gebundene Auftragsarbeiten an anderen Kompositionen, dass ich mich früher dieser sehr reizvollen Aufgabe widmen konnte.
Die in diesem Jahr vollendete Sonate besteht aus drei Sätzen, doch ihr Charakter sowie die Abfolge der Stimmungen haben wenig mit der klassischen Sonatenform gemein. Im Mittelpunkt steht nicht die traditionelle Form, sondern vor allem die Atmosphäre. Es handelt sich um Musik von ausgeprägt kammermusikalischem Charakter. Dramatische Passagen sind selten, und mit Ausnahme der ersten Hälfte des zweiten Satzes herrscht in der gesamten Sonate eine Stimmung der Konzentration und Innerlichkeit. Das Werk besitzt einen sehr intimen Charakter, der sich vielleicht mit einem einzigen Wort zusammenfassen lässt: misterioso.
Virtuose Elemente treten in der Sonate nahezu vollständig in den Hintergrund. Alles ist den unterschiedlichen Stimmungen untergeordnet, die eher einen Zustand innerer Sammlung und Nachdenklichkeit erzeugen. Diese Musik lädt mehr zur meditativen Versenkung ein als zur bewundernden Beobachtung instrumentaler Virtuosität.
Beim Komponieren der Sonate hatte ich mehrere Aufnahmen von Werken für Viola und Klavier mit Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel im Ohr. Ihre außergewöhnliche Interpretationskunst war für mich eine große Inspirationsquelle, wofür ich beiden Künstlern besonders dankbar bin.“ (Krzysztof Meyer)