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Music Text

Libretto von Alfred Kerr (dt.)

Scoring

3S,M,A,4T,buffT,Bar,4B: mixed chorus(with soli); small speaking roles;
2.picc.2.corA.2.bcl.2.dbn-4.3.3.1-timp.perc:BD/SD/tamb/tgl/pair of cyms/2susp.cym(sm Jazz,lg)/tam-t/xyl/glsp/2plate bell/whip-harp-cel/pft/org(2players)-strings;
off-stage: picc.ob.2Ebcl.bn-3vla.3bd-wind machine

Abbreviations (PDF)

Publisher

Bote & Bock

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes in der ganzen Welt.
Availability
Uraufführung
24/01/2026
Staatstheater, Mainz
Lorenzo Fioroni, Regisseur
Conductor: Gabriel Venzago
Company: Staatstheater Mainz
Roles
Einstein Bariton
Seine Frau Mezzosopran
Byron Tenor
Nikoline Sopran
Richard Strauss Tenor
Shaw Bass
Gerhart Hauptmann Tenor
Max Liebermann Tenor-Buffo (auch Bariton)
Ein Kritiker Tenor
Eine Journalistin Sopran
Erstes Stubenmädchen Sopran
Zweites Stubenmädchen Alt
Ein Diener / Ein Reitknecht / Ein Clubdiener Bass
Solostimmen aus dem Chor der Gäste (4 Damen, 4 Herren) SSSMTTBarB
Chor der Gäste
'Chronoplan-Stimmen' Sopran und Tenöre hinter der Bühne
Basil von Strouve, Lisa Passavant, Der Clubpräsident Sprechrollen
Synopsis

1. Akt: Ein Sommerabend im Haus der Einsteins an der Havel bei Berlin im Jahr 1929: Zahlreiche Gäste sind geladen, darunter Prominenz aus Kunst und Kultur, wie etwa Richard Strauss, Gerhart Hauptmann, Max Liebermann und George Bernard Shaw, um Albert Einsteins neueste Erfindung zu begutachten, eine Zeitreisemaschine, genannt Chronoplan. Auffallend engagiert ist eine Journalistin, die von dem historischen Ereignis im Hause Einsteins berichten wird. Zuletzt betritt ein Kritiker die Szene, der mit Einstein wohlbekannt ist und sich ebenfalls das Spektakel nicht entgehen lassen mochte. Bei reich gedecktem Buffet und in heiterer Laune wird das verheißungsvolle Gefährt hineingebracht. In die Runde gefragt, wer mitreisen mochte und wohin, sortiert sich die Gesellschaft: Keiner will zurückreisen in die Schreckenszeit des Ersten Weltkriegs, aber auch das alte Ägypten oder die Möglichkeit einer Begegnung mit Salome lost Skepsis aus. Strauss mochte lieber bei Bier und Skat sitzenbleiben, während Shaw, die Journalistin, der Kritiker und natürlich Einstein selbst entschlossen an Bord gehen. Mit großem Getose setzt sich der Chronoplan in Bewegung – und plötzlich ist er samt Besatzung fort.

2. Akt: Ein Sommerabend in einer englischen Landschaft im Jahr 1805: ein zartes Tête-à-Tête entspinnt sich zwischen einer jungen Dame aus Schleswig-Holstein namens Nikoline und einem überschwänglich poetisierenden jungen Mann. Mitten hinein in die romantische Lyrik platzen die Zeitreisenden. Eine Panne: Der Treibstoff ist ausgegangen, noch bevor man beim historischen Julius Casar angekommen ist, der eigentlich als Reiseziel verabredet worden war. Alle Passagiere sind enttäuscht darüber, dass es offensichtlich nur bis zu einem Liebespaar in England gereicht hat. Doch Einstein widmet sich dem jungen Poeten genauer: Er zieht schließlich – dank seiner zarten Geigen- Tone – dessen Unter-Ich hervor, das alle bestaunen. Nun kann er mit dem fremden Wesen kommunizieren. Einstein erklärt ihm die Situation, erklärt die Zeitreise. Als der junge Mann selbst von sich berichtet, erkennen es alle: Es handelt sich um keinen Geringeren als Lord Byron, den großen englischen Dichter, der noch gar nicht er selbst geworden ist. So ein Fundstuck muss mit zurück nach Berlin in die Neue Zeit!

3. Akt: Ein Nachmittag in einem Golf- Club an der Havel, später im Jahr 1929: Satt und lethargisch hangen die Gäste vor abgegessenem Buffet. Der Club-Präsident berichtet über die neuen Mitglieder und begrüßt die Ehrengäste. Da betritt eine geheimnisvolle Dame den Raum und zieht alle Blicke auf sich. Die Journalistin hat die nötigen Informationen über sie. Es ist Nikoline von Rendsdorf, derzeit liiert mit dem Waffenfabrikanten Basil von Strouve. Er soll seinen unermesslichen Reichtum während des Ersten Weltkriegs mit Waffenhandel im großen Stil „erwirtschaftet“ haben. Da fuhrt Einstein seinen besonderen Gast aus dem letzten Jahrhundert in die Gesellschaft ein: Lord Byron. Dieser mischt sich kontaktfreudig unter die Leute. Dann ist Zeit für einen modischen Trend: Sport auf der Terrasse. Lord Byron erkennt Nikoline am Namen als seine Geliebte aus dem Jahr 1805 wieder … doch die zarten Liebesbande von einst scheinen mit der selbstbewussten jungen Frau der 1920er Jahre nicht ausbaufähig. Im Gegenteil: Nikoline und Basil von Strouve machen sich lustig über den Fremden. Eine sich verdichtende Aura von Missgunst und Gefahr breitet sich aus und einige Gaste verlassen schnell den Club. Plötzlich eine Erschütterung … Und Einstein blickt – zusammen mit Lord Byron – auf die Überreste der „schonen, neuen Zeit“.
Staatstheater Mainz

Repertoire Note

Am Anfang ihres Buchs Als Hitler das rosa Kaninchen stahl beklagt die kleine Judith Kerr sich, dass ihre Mutter riesige Stapel von Papier ins Gepäck nehmen darf, während sie selbst ihre liebsten Spielsachen bei der Flucht ins Exil zurücklassen muss. Die Mutter, das ist die Komponistin Julia Kerr, zweite Ehefrau des Berliner Großkritikers Alfred Kerr, und bei den Papieren handelt es sich um das Manuskript ihrer Oper Der Chronoplan, an der sie die letzten zwei Jahre gearbeitet hat: ein Zeit- und Schlüsselstück, zu dem Alfred Kerr das Libretto geschrieben hat. Darin geben Prominente aus Kunst und Wissenschaft einander die Klinke in die Hand.

Die Handlung kreist um die Erfindung einer Zeitmaschine durch Albert Einstein. Größen wie Max Liebermann, Gerhart Hauptmann oder Richard Strauss wollen lieber nicht einsteigen – nur Bernard Shaw geht begeistert an Bord. Wegen einer Ätherpanne endet die Reise allerdings statt bei der Heiligen Johanna schon anno 1801. Man begegnet einem jungen Mann in Liebesqualen, der sich als der noch unbekannte Lord Byron entpuppt, und nimmt ihn mit, zurück ins Heute. Doch in der modernen Berliner Schickeria fühlt sich der britische Romantiker gar nicht wohl ...

Nachdem Der Chronoplan bereits bald nach dem 2. Weltkrieg in fragmentarischer Form aufgeführt wurde, hat nun Norbert Biermann, der schon die Wiederaufführung von Jaromír Weinbergers Frühlingsstürme 2020 an der Komischen Oper Berlin ermöglichte, die Komposition des Schlussakts komplettiert und die Orchestrierung nach Kerrs Absichten vollendet.

Press Quotes

„[Die Komponistin] hat den Sinn für den instrumentalen Effekt und die dramatische Wirkung. Sie hat auch melodische Einfälle und zu Beginn des II. Aktes schlägt sie den Mahlerschen ‚Wunderhorn‘-Klang unbefangen und bewegend an. Viele Partien der Musik sind lebendig, inspiriert und glänzend orchestriert.“ (Die Welt, 15.11.1956)

Moods

heiter

Subjects
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