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Publisher

Sikorski

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes in der ganzen Welt.
Availability
Uraufführung
27/03/2026
Barber Institute, Birmingham
Julius Asal, piano
Composer's Notes

Das Werk ist von den Briefen Emma Haucks inspiriert. Emma Hauck wurde 1909 in eine psychiatrische Klinik in Deutschland eingewiesen, wo bei ihr die damals so genannte Dementia praecox diagnostiziert wurde. Während ihres Aufenthalts schrieb sie unzählige Briefe an ihren Mann, in denen sie tausende Male nur zwei Worte wiederholte: ‚Herzensschatzi, komm‘ – ganze Seiten füllte. Keiner der Briefe erreichte ihn je.
Ich sehe Haucks Briefe nicht als zerbrechliche Zeugnisse ihrer Krankheit, sondern als unermüdliche Versuche, die Realität durch die Macht des geschriebenen Wortes neu zu gestalten, im Einklang mit archaischen Vorstellungen des Logos, in denen Benennen ein schöpferischer Akt und Wiederholung eine Anrufung ist. Haucks Schreiben ist Ausdruck einer Sehnsucht, eines verzweifelten Bedürfnisses, ihre Existenz zu behaupten, die sie einengende Realität zu durchbrechen und eine Welt heraufzubeschwören, in der die Ankunft ihres Mannes sie von der physischen und inneren Gefangenschaft befreien könnte.
Haucks Briefe wurden in Hans Prinzhorns bahnbrechender Publikation ‚Bildnerei der Geisteskranken‘ von 1922 veröffentlicht. Prinzhorn betrachtete diese Werke nicht als pathologische Symptome, sondern als autonome Ausdrucksakte, geformt von innerer Notwendigkeit. Diese Sichtweise beeinflusste später Jean Dubuffets Konzept der Art Brut: eine Form des Schaffens, die von existenziellem Zwang und nicht von kultureller Anerkennung getrieben wird.

Dieses Klavierstück versucht weder, Haucks Briefe nachzubilden, noch sie zu erzählen oder zu illustrieren. Vielmehr reagiert die Musik auf ihren inneren Druck, auf das, was enthalten, zurückgehalten und letztlich unerreichbar ist.

Ich lernte Emma Haucks Briefe durch meine liebe Freundin und große Dichterin Emily Fragos kennen. Als Emily erfuhr, dass ich dieses Stück komponierte, schickte sie mir ihr Gedicht:

The Letters of Emma Hauck
Come the labyrinth,
come the curdling word, the black ladder,
that tears a hole through the asylum’s roof,

troposphere, stratosphere, to make for us
our own anesthesia, lullaby-and-goodnight,
sweet love. Pleased to wear rags around the mouth
and nose to contain our essence from seeping,
weighted down by gauze, just barely, to keep
us here, by what kind of what.

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