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Sikorski

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Composer's Notes

„Als ich das Werk, das ich für den Beethoven-Klavierwettbewerb schrieb, beendete, hatte es noch keinen Titel. ‚Präludium, Toccata und Postludium‘ war mein erster Gedanke, den ich jedoch sofort als zu konservativ und langweilig verwarf. Wie aber sollte ich das Stück sonst nennen?
Ich war neun Jahre alt, als mein Klavierlehrer mir erstmals auftrug, eine Beethoven-Sonate zu lernen. Aus irgendeinem Grund wählte er die Sonate Es-dur op. 27 Nr. 1 aus, mit deren fernen Glockenklängen also mein unbehagliches Verhältnis zu Beethoven beginnen sollte. Gleichzeitig fing ich an, Beethovens Biographie zu lesen. Es gefiel mir, über seine schwierige Kindheit und Jugend zu lesen. Irgendwie war es so, dass die Lektüre umso angenehmer war, je unglücklicher Beethoven zu sein schien. Angesichts seiner schrecklichen Probleme war es für mich leichter, mein eigenes Leben zu ertragen. Es schien unmöglich, Beethoven um seiner Erfolge willen zu lieben, doch seine Misserfolge waren äußerst menschlich.
Alles an Beethoven schien schwer, kantig und erdgebunden. Seine Musik jedoch widersetzte sich der Schwerkraft, focht gegen ihre eigene Unbeholfenheit – zur Erlangung nie erreichbarer Grazie. Schaut man sich Beethovens Porträtbilder an, erkennt man, dass die buschigen Augenbrauen seine entschlossen dreinblickenden traurigen Augen überschatteten und dass seine Stirn zu schwitzen schien. Welche Träume hatte er? Welche Ängste? Welche Leidenschaften? Welche Alpträume?
In ‚Ludwigs Alptraum‘ offenbaren, wie dies häufig in Träumen geschieht, die zusammenhanglosesten Elemente mit einem Mal Gemeinsamkeiten und scheinen in einer seltsamen, verzerrten Wirklichkeit zusammenzugehören, die ihre eigenen Proportionen hat, ihr eigenes Zeitgefühl und ihre eigene Zeitlosigkeit. Jedwede Kunst entsteht aus Träumen, und vielleicht nur in Träumen kann das Schicksal uns seinen verborgenen Faden zeigen, welcher jeden Tag, der vergeht, mit dem nächsten verbindet. Die Träume stecken voller Zeichen, auch wenn man sie nur in den Erinnerungen wiederfinden kann.“
Lera Auerbach
(Übersetzung: Hans-Ulrich Duffek)

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