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Olga Neuwirths Rhapsodie für Klarinette und Orchester, Zones of Blue, im Februar in München uraufgeführt, hat am 7. Mai US-Premiere beim Cleveland Orchestra. Ebendort wird am 22. Mai das neue Konzert für Violine, Harfe und Orchester von Jüri Reinvere aus der Taufe gehoben – eine von zwei bedeutenden Uraufführungen des Esten in den kommenden Wochen.

Am 7. Mai erklingt die im Februar 2026 bei der „musica viva“ in München uraufgeführte Rhapsodie Zones of Blue für Klarinette und Orchester von Olga Neuwirth als nordamerikanische Erstaufführung in Cleveland, gefolgt von zwei weiteren Aufführungen an den beiden Folgetagen. Das im gemeinsamen Auftrag des Bayerischen Rundfunks, des Cleveland Orchestras und der Stockholmer Philharmonie entstandene Werk ist dem Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann gewidmet, der auch den Solopart in Cleveland spielt. Es bezieht Titel und Anregung aus einem Gedicht von Tennessee Williams und stellt zugleich eine Hommage an den jüngst verstorbenen Vater Neuwirths dar.
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Zwei Wochen später erklingt in Cleveland erstmals das neue Konzert für Violine, Harfe und Orchester von Jüri Reinvere. Obwohl Violine und Harfe „ja außer Pizzicati nicht viel gemeinsam“ hätten, wie der Komponist mit einem Lächeln erklärt, habe ihn ein Doppelkonzert für diese Instrumente sehr gereizt. Den Ausschlag dazu hatte Franz Welser-Möst gegeben, als er ihn um ein Doppelkonzert für das Cleveland Orchestra bat. Bei Reinvere gibt oft seine Begeisterung für bestimmte Interpretenpersönlichkeiten den Impuls für neue Werke. Bei den Proben zu seinem Orchesterwerk Und müde vom Glück fingen sie an, zu tanzen hatten ihn die Harfenistinnen des Estonian Festival Orchestras durch ihre Musizierlust und Experimentierfreude so sehr begeistert, dass er unbedingt ein konzertantes Werk für Harfe und Orchester schreiben wollte. Daraus wurde dann im Auftrag von Franz Welser-Möst und seines Cleveland Orchestras das Konzert für Violine, Harfe und Orchester, das am 22. Mai in Cleveland im Rahmen des Mandel Opera & Humanities Festivals 2026 uraufgeführt wird. „Weil ich mich auch der Violine besonders widmen wollte“, so Reinvere, „dachte ich sehr schnell an Leila Josefowicz als Solistin, weil sie mit ihrem Können und ihrer Fantasie die neuere Konzertliteratur für Violine so beflügelt hat. Das Harfensolo spielt Trina Struble. Das Verhältnis von Nähe und Distanz der beiden Soloinstrumente bestimmten meine Überlegungen zu diesem besonderen Doppelkonzert (das freilich kein Präzedenzfall ist, da Louis Spohr schon für diese Besetzung schrieb). Der Einsatz des Orchesters folgt dabei einer besonderen Dramaturgie, die erst in ihrem Gesamtverlauf enthüllt, warum so ein großer Apparat gebraucht wird.“
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Am 12. Juni dann leitet Matthias Pintscher das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bei der Uraufführung von Reinveres Das Lied von den zwei Erden in München. Dieses neue Werk für Sopran, Kannel (die estnische Volkszither) und Orchester auf einen Text des Komponisten erweitert die biblischen Verheißungen eines neuen Himmels und einer neuen Erde und bietet der „letzten Generation“ aus der Perspektive der baltischen Länder Hoffnung. Solistinnen des Konzerts im Münchner Herkulessaal im Rahmen der Musica Viva sind Aušrine Stundyte und Kristi Mühling.
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Fotos: Olga Neuwirth (© Rui Camilo); Jüri Reinvere (© Kaupo Kikkas)

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