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„Schade! – Schade! – zu spät!!“ sollen der Überlieferung nach die letzten Worte Beethovens auf dem Sterbebett gewesen sein. Jüri Reinvere wählte sie als Titel seines im Auftrag der Bamberger Symphoniker als Beitrag zum 200. Todesjahr Beethovens geschriebenen „Musikalischen Prologs über ein Ende“, der am 10. Oktober unter Leitung von Manfred Honeck zur Uraufführung kommt.

Auf Ludwig van Beethoven hat sich der estnische Komponist Jüri Reinvere in einer ganzen Reihe seiner Werke bezogen. Sein bekanntestes Stück darunter ist die 2019 komponierte Oper Minona, in der er das Schicksal einer möglichen Tochter Beethovens, die noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt hat, aufgreift. Aber auch „Inter lacrimas et luctum“ – Ein Cellokonzert aus demselben Entstehungsjahr besitzt, schon im Titel, einen direkten Beethoven-Bezug: Die lateinische Phrase entstammt dem Widmungsexemplar von Beethovens Cellosonate op. 69 für den Baron Ignaz von Gleichenstein. Reinvere fragt sich, was dieses rätselhafte Motto „Unter Tränen und Trauer“ in Beethovens Leben für eine Bedeutung haben mochte. Bezieht es sich auf den Beschuss Wiens durch Napoleons Kanonen im Jahr 1809 oder auf seine unglückliche Lebensliebe zur verwitweten Gräfin Josephine von Deym, geborene von Brunswick?

In seinem neuen, für die Bamberger Symphoniker, das Dänische Radio-Sinfonieorchester sowie das Pittsburgh Symphony Orchestra entstandenen Orchesterwerk „Schade! – Schade! – zu spät!!“ bezieht sich Jüri Reinvere nun auf die der Überlieferung nach letzten Worte Beethovens auf dem Sterbebett. Was meinte der Komponist hier ganz konkret? Ist es ein ganzes Sammelsurium an Versäumnissen, die ihm kurz vor dem Tod vor Augen treten und deren Nichterfüllung er voller Trauer bedauert? Oft hat Beethoven den Begriff des Verzichts gedanklich umkreist – etwa in Bezug auf seine unerfüllte Liebe zur „Unsterblichen Geliebten“. Der Initiator dieses Auftrages, Manfred Honeck, hat sich auch auf die Anekdote bezogen, dass Beethoven die Worte „Schade! – Schade! – zu spät!!“ bei einer verspäteten Lieferung von 12 Flaschen Wein ausgesprochen haben soll, da er zu diesem Zeitpunkt bereits zu schwach war, um diesen Wein noch genießen zu können ... Der Bamberger Premiere am 10. Oktober, der das Orchester Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert mit der Solistin Midori sowie Bruckners 9. Sinfonie zur Seite stellt, folgen im Lauf der Spielzeit Aufführungen beim Dänischen Radio-Sinfonieorchester, beim NDR Elbphilharmonie Orchester sowie beim Pittsburgh Symphony Orchestra, alle unter der Leitung von Manfred Honeck.

Ludwig van Beethovens 200. Todestag im März 2027 nehmen zahlreiche Orchester, Festivals und Rundfunkanstalten zum Anlass, diese titanische Figur in den Kontext der Musik späterer Jahrhunderte zu stellen. Im Dialog mit modernen Werken werden Aspekte der Person Beethovens und seines Œuvres klingend und hörend erforscht, über die ‚wohlige‘ Vertrautheit mit seinen klassischen Partituren hinaus. Über das umfangreiche Repertoire an Beethoven-Hommagen in unseren Katalogen informiert Sie online unsere Sonderseite:
www.boosey.com/Beethoven

Jüri Reinvere:
„Schade! – Schade! – zu spät!!“
Musikalischer Prolog zu einem Ende
für Orchester (2026) 12 Min.
UA: 10.10.2026 Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal, Bamberg
Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie / Manfred Honeck
> zum Konzert
 

Foto Jüri Reinvere: © Elly Clarke; Abb. Beethoven: © Adobe Stock Foto

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