Sikorski
„Last Letter“ liegt Marina Zwetajewas Gedicht „Nowogodneje“ zugrunde. Dieses Gedicht entstand unmittelbar nach dem Tod von Rainer Maria Rilke kurz vor Neujahr 1927.
Zwei Solisten interagieren wie in einem Dialog zwischen Zwetajewa (Mezzosopran) und Rilke (Violoncello), bei dem Rilke nicht länger auf Worte angewiesen ist. Zwetajewa und Rilke haben viele Briefe ausgetauscht, und mit diesem Gedicht – eines der größten Gedichte in russischer Sprache – setzte sich ihre Korrespondenz sogar nach Rilkes Tod fort. So wird Zwetajewas leidenschaftlicher Monolog, der an einen toten Freund gerichtet ist, zu einem Dialog – ein Symbol dafür, dass Liebe und Dichtkunst alle physischen Beschränkungen und Grenzen übersteigen.
Denselben Text vertonte Auerbach auch im Jahre 2006 in ihrer 2. Sinfonie „Requiem für einen Dichter“.
Es handelt sich um ein Auftragswerk von Yehuda Hanani und der „Close Accounters with Music“.