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Music Text

Anne-May Krüger (dt.)

Scoring

0.0.2(II=dbcl).ssax.asax.0-0.2.0-perc(1)-elec gtr-elec pft(Fender Rhodes)

Abbreviations (PDF)

Publisher

Bote & Bock

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes in der ganzen Welt.
Availability
Uraufführung
03/07/2026
Heilig-Kreuz-Münster, Schwäbisch Gmünd
SWR Vokalensemble / Ensemble Ascolta / Benjamin Goodson
Composer's Notes

Moon Child ist ein Auftragswerk des SWR Vokalensembles, dessen Grundkonzeption maßgeblich davon bestimmt wurde, dass es in einem Programm mit Kurt Weills Berliner Requiem erklingen sollte. Während Weills Werk den Männerchor ins Zentrum stellt und den Blick auf Zerstörung und Tod richtet, wendet Moon Child für Frauenchor sich Erneuerung und Geburt zu.

Die Struktur von Moon Child folgt einem klaren Muster, A–B–A–B–A–Coda, das sich aus dem Gedicht selbst ableitet. Auf der Ebene des Texts umspielen die onomatopoetisch geprägten A-Teile den Beginn des Lebens. Lustvoll-klangdichtend wird die Menschwerdung als Prozess des buchstäblich kreativen Ordnens zelebriert. Dagegen sind die B-Teile dem Zufall gewidmet. Sie kontrapunktieren die spielerische Charakteristik der A-Teile, indem sie aus Zufallsoperationen gewonnenes Material verdichten. Damit erhalten beide Raum: das Planvolle wie das Zufällige. Der Frauenchor fungiert dabei als ein einziges, wandelbares Wesen, ein Organismus, der in drei zyklischen Verläufen seine klangliche Gestalt verändert. In dieses changierende Gewebe hinein erklingt vom Kinderchor (bei Aufführungen ohne Kinderchor: von den drei Soli) immer wieder dieselbe melodische Gestalt. Die sich stetig wandelnde klangliche Umgebung beleuchtet diese klaren und schlichten Vokallinien immer wieder neu. Zwischen den gesungenen Abschnitten öffnet sich die Komposition zu instrumentalen Interludien: zu Momenten, in denen sich das Bewusstsein vom Semantischen weg und hin zum reinen Klang verschiebt.

Moon Child handelt nicht nur von Erneuerung, verstanden als quasi natürlicher Prozess, sondern ist zugleich eine persönliche Reflexion über die Hoffnung — über die stille Beharrlichkeit des Werdens.
Anne-May Krüger und Mike Svoboda, Februar 2026

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