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Josef (polnisch: Józef) Koffler, der heute als wichtigster Wegbereiter der Neuen Musik in Polen gilt, war in Warschau Kreisen der Vorkriegszeit weniger bekannt als im Ausland, wo seine Werke regelmäßig bei den Festivals der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik auf dem Programm standen. Im galizischen Stryj geboren, ging Koffler 1914 nach Wien zum Studium des Rechts und der Musik (Komposition, Dirigieren und Musikwissenschaft). Nach dem Militärdienst in der österreichischen Armee promovierte er 1923 bei Guido Adler über „orchestrale Koloristik in den symphonischen Werken von Mendelssohn-Bartholdy" und ließ sich ab 1924 in Lemberg nieder, wo er den damals ersten und einzigen Lehrstuhl in Polen für atonale Kompositionstechniken innehatte. Koffler, der sich in Wien mit Alban Berg anfreundete, lernte Arnold Schönberg, mit dem er ab 1929 korrespondierte und als dessen Schüler er bisweilen bezeichnet wird, nie persönlich kennen. Die Auseinandersetzung mit Schönbergs Methode jedoch wird für sein Schaffen bestimmend, und dies schon ab 1926, womit er zu den Pionieren der Dodekaphonie gehörte. Nach der Annexion der Westukraine durch die UDSSR im September 1939 übernahm Koffler am Staatlichen Mykola Lysenko Konservatorium den Lehrstuhl für Komposition und das Amt des Prorektors. Noch im selben Jahr wurde er zum Sekretär des Komponistenverbandes der Sowjet-Ukraine ernannt. Es folgte eine kurze Phase existenzieller Sicherheit und beruflicher Stabilität, auch wenn er gezwungen war, sich nach einer Formalismus-Kritik dem Diktat des sozialistischen Realismus zu beugen. Nach dem Einmarsch der Deutschen 1941 in Lemberg wurde er mit seiner Familie in das Ghetto von Wieliczka umgesiedelt. Die Umstände seines Todes sind nach wie vor nicht vollständig geklärt. Offenbar konnte sich die Familie nach Liquidierung des Ghettos 1942 in der Nähe von Krosno verstecken, wo sie 1944 von einer deutschen Einsatzgruppe ausgehoben und bei einer Massenerschießung umgebracht wurde. (Frank Harders-Wuthenow)

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