Spielzeit-Highlights – Teil 1
Zahlreiche Ur- und Erstaufführungen sowie lokale Programmschwerpunkte mit Musik unserer Komponist*innen stehen in der neuen Saison bevor. Ausgewählte Höhepunkte an den inländischen sowie internationalen Opern- und Konzerthäusern haben wir für Sie zusammengestellt.
Hier die erste Folge; eine zweite können Sie gegen Jahresende an dieser Stelle lesen.
2026
9. September, Southampton
Wladyslaw Szpilman The Pianist (Musical-Uraufführung)
Basierend auf dem autobiografischen Besteller – international noch bekannter durch die Verfilmung Roman Polanskis –, kommt sie nun auf die Musiktheaterbühne: die bewegende wahre Geschichte vom „wunderbaren Überleben“ des Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman (1911–2000) zur Zeit der nationalsozialistischen Besetzung Polens. Die Adaption des Musical-Profis Thom Southerland integriert Songs und Klavierwerke von Szpilman selbst, neu orchestriert Simon Lee. Der Premiere in den Mayflower Studios in Southampton (9. bis 12. Sept.) folgt eine Aufführungsserie im Londoner Park Theatre (15. Okt. bis 28. Nov.).
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10. September, Berlin
Brett Dean Conversations with Schumann (Uraufführung)
Das neue Werk für Sopran und Orchester, das auf Schumanns Alter Egos Florestan und Eusebius Bezug nimmt, bildet den Auftakt zu Brett Deans Komponisten-Residenz bei den Berliner Philharmonikern in der Spielzeit 2026/27. Die Uraufführung wird von Jennifer France gesungen, auf dem Programm stehen von Dean außerdem And once I played Ophelia und Beggars and Angels, dirigiert vom Komponisten. Zukünftige Aufführungen von Conversations with Schumann sind bei den Co-Auftraggebern, dem Schwedischen Kammerorchester und der Britten Sinfonia, geplant. Im Herbst zeigt die Bayerische Staatsoper wieder Deans jüngste Oper Of One Blood (3., 8. und 11. Oktober).
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24. September, Manchester
James MacMillan Symphony No.6 (Uraufführung)
MacMillans Saison als „Featured Composer“ beim Hallé-Orchester beginnt mit seiner neuesten Sinfonie unter, die aus einer Reihe geheimer Charakterporträts besteht. Weitere Höhepunkte in Manchester sind das Christmas Oratorio (14. November) und Timotheus, Bacchus and Cecilia (23. April) unter Mark Elder sowie das Konzert für Orchester (7. Februar) unter der Leitung des Komponisten selbst. Die deutsche Erstaufführung (28. April) findet statt im Rahmen von MacMillans mehrjährige Residenz bei den Dresdner Philharmonikern; diese umfasst auch eine von Donald Runnicles dirigierte Tournee mit Veni, Veni, Emmanuel (3. bis 10. April) sowie die Uraufführung von Detem, einem neuen Begleitstück zu Hans Krasas Kinderoper Brundibár (2. Oktober 2026).
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24. September, Leipzig
Detlev Glanert Konzert für zwei Violinen und Orchester (Uraufführung)
Nach dem Erfolg seines Violinkonzerts Nr. 2 für Midori hat Detlev Glanert nun ein Doppelkonzert für doe Geigerin und Renaud Capuçon komponiert. Auf die Uraufführung im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Semyon Bychkov folgen Aufführungen mit dem Bruckner-Orchester in Linz und Wien unter Jonathan Nott (5./6. März). Glanerts neue Kammerorchesterfassung von Fanny Hensels Klavierzyklus Das Jahr wird vom Mozarteumorchester Salzburg (15. Oktober) aus der Taufe gehoben; es folgen Aufführungen bei den Co-Auftraggebern, dem Scottish Chamber Orchestra und der Dresdner Philharmonie, sowie beim Musikkollegium Winterthur und in Hagen – beim Philharmonischen Orchester Hagen ist Glanert 2026/27 Residenz-Komponist.
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24. September, Boston
Sofia Gubaidulina Prolog (Uraufführung)
Das Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons präsentiert erstmals bedeutende Spätwerk der 2025 gestorbenen Komponistin. Fragmentarisch hinterlassen und nun durch die mit Gubaidulina befreundete Komponistin Elena Firsova zu Ende komponiert, bezieht Prolog sich auf das Orchesterwerk Der Zorn Gottes von 2019. Im September erleben außerdem Gubaidulinas Bratschenkonzert mit Antoine Tamestit und dem Finnischen Rundfunk-Sinfonieorcher unter Nicholas Collon in Helsinki sowie Dialog: Ich und du: Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 mit Baiba Skride und dem Nationalen Sinfonieorchester Lettland unter Kristiina Poska in Riga ihre Länder-Premieren.
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26. September, Quiberon
Olga Neuwirth Tombeau III (Uraufführung)
Dieses jüngste Werk aus Neuwirths Reihe von Boulez-Hommagen (auch Tombeau I und Tombeau II erleben aktuell international weitere Aufführungen) wurde von Pascal Gallois in Auftrag gegeben und ist für Streichorchester komponiert. Weiterer Höhepunkte der Saison 2026/27: die österreichische Premiere ihrer neuen „Grand-Guignol-Oper“ Monster’s Paradise, entstanden in Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Elfriede Jelinek, an der Oper Graz (3. April). Jörg Widmann ist Klarinettensolist bei der schwedischen Erstaufführung von Zones of Blue mit den Königlichen Philharmonikern Stockholm unter der Leitung von Ryan Bancroft (26. Mai). UNd Matthias Pintscher dirigiert Dreydl ebenfalls in Stockholm (28. Oktober) sowie in Kansas City und Cincinnati.
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3. Oktober
Steve Reich 90. Geburtstag
Zahlreiche Events in aller Welt sind dem Altmeister der Minimal Music anlässlich seines Jubeltages gewidmet. Zu den prominentesten zählt eine Tournee seines im August beim Edinburgh Festival uraufgeführten neuen Werkes für großes Ensemble, In All Your Ways, mit der Colin Currie Group. Internationale Zentren des Jubiläums bilden London, New York und Los Angeles. Portraitkonzerte im deutschsprachigen Raum sind unter anderem in der Hamburger Elbphilharmonie und beim Münchener Kammerorchester angekündigt; Studio Percussion Graz präsentiert am 3. Oktober 24 Stunden lang Reichs Musik an wechselnden Orten in der ganzen Stadt.
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4. Oktober, Berlin
Anna Clyne Woman of the Mountain (europäische Erstaufführung)
Anna Clynes neues Orchesterwerk beschreibt die Besteigung des mythischen Bergs Slievenamon in Irland und „beschwört die Abenteuerreise einer außergewöhnlichen Frau auf der Suche nach Liebe inmitten der Natur“. Die Europa-Premiere erklingt im Rahmen des Antrittskonzerts von Kazuki Yamada als neuer Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Der Herbst 2026 bringt zudem eine neue Fassung von Weathered mit Martin Fröst als Klarinettensolist mit dem Schwedischen Kammerorchester in Örebro (9. September), ein neues Werk für das Calidore-Streichquartett, The Seven Ravens, in Stockholm (10. Oktober) sowie eine Kammerorchesterfassung von Steve Reichs Proverb, die vom Hallé-Orchester in Manchester (5. November) erstaufgeführt wird.
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8. Oktober, Örebro
Mark-Anthony Turnage Caught Hand (Uraufführung)
Turnages neues Gitarrenkonzert, komponiert für den Solisten Sean Shibe, wird vom Schwedischen Kammerorchester unter der Leitung von Finnegan Downie Dear uraufgeführt; die deutsche Premiere ist beim Co-Auftraggeber, den Nürnberger Symphonikern, geplant. Turnages neue Festen Suite für Orchester, basierend auf Musik aus seiner umjubelten Oper nach dem Dogma-Film Das Fest, kommt nach Aufführungen in Kopenhagen und bei den BBC Proms in London im Rahmen eines Konzerts des Schwedischen Rundfunk-Sinfonieorchesters unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada auch nach Stockholm (12. März); weitere Inszenierungen der Oper Festen, darunter die deutsche Erstaufführung, sind für kommende Spielzeiten geplant.
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8. Oktober, Gothenburg
Aziza Sadikova Farbenzeiten (schwedische Erstaufführung)
Kent Nagano steht jeweils am Pult, wenn Aziza Sadikovas Überschreibung von Vivaldis Vier Jahreszeiten vom Göteborger Sinfonieorchester (8. Oktober) sowie von den Bamberger Symphonikern (26. Februar) aufgeführt wird. Der Werkzyklus, statt für Violine solo für Oboe, Trompete, Cello beziehungsweise Schlagzeug und Orchester, lässt Räume und Zeiten, Barock und Gegenwart, aufeinanderprallen „wie in Spiegeln“. Sadikovas neues Doppelkonzert Labyrinthe du temps wird nach seiner Uraufführung beim Carinthischen Sommer von der Deutschen Kammerphilharmonie unter Omer Meir Wellber in Bremen und Dortmund wieder aufgeführt, mit der Geigerin Hilary Hahn und dem Akkordeonisten Geir Draugsvoll (5. bis 8. November).
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Abb.: grooveisintheheart / Adobe Stock Foto