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Komponist, Dirigent, kreativer Vordenker – John Adams nimmt in der US-amerikanischen Musikwelt eine singuläre Stellung ein. In der zeitgenössischen klassischen Musik ragen seine Werke, seien es sein symphonisches Schaffen oder seine Opern, mit ihrer Ausdruckstiefe, ihrer klanglichen Brillanz sowie ihrem zutiefst humanistischen Gehalt hervor. In den letzten 40 Jahren hat Adams’ Musik entscheidend dazu beigetragen, die zeitgenössische Musikästhetik vom akademischen Modernismus weg und hin zu einer breitenwirksameren, ausdrucksstärkeren Sprache zu führen, die ganz und gar charakteristisch für seine Heimat, die Neue Welt ist.

Kompositionen aus über drei Jahrzehnten sind nicht nur ins Repertoire eingegangen, sondern zählen zu den meistgespielten Werken der Gegenwart, darunter Harmonielehre, Shaker Loops, Chamber Symphony, Absolute Jest, Short Ride in a Fast Machine und sein Violinkonzert. Zu Adams’ Bühnenwerken, überwiegend in Zusammenarbeit mit Peter Sellars entstanden, zählen Nixon in China (1987), The Death of Klinghoffer (1991), El Niño (2000), Doctor Atomic (2005), A Flowering Tree (2006), das Passionsoratorium The Gospel According to the Other Mary (2012), Girls of the Golden West (2017) sowie Adams’ jüngste Oper Antony and Cleopatra (2022) auf ein Libretto, das der Komponist selbst nach Shakespeares Tragödie adaptiert hat.

In dieser Spielzeit wird Adams’ neues Orchesterwerk für Marin Alsop, The Rock You Stand On, mit dem Philadelphia Orchestra uraufgeführt und anschließend in Katowice, Manchester, New York, Wien und Chicago gespielt. Adams dirigiert After the Fall, sein neues Klavierkonzert für den Pianisten Vikingur Ólafsson, mit dem Göteborger Symphonieorchester, dem New World Symphony und dem Los Angeles Philharmonic. Außerdem tritt er als Gastdirigent beim Houston Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Orchestra Santa Cecilia und dem Hallé Orchestra auf. Gustavo Dudamel wird das LA Phil bei der US-Premiere von Adams’ Frenzy dirigieren und mit dem Werk auf Tournee nach Südkorea, Japan und Taiwan gehen.

Adams, der von der New York Times als „unser größter lebender Komponist“ bezeichnet wird, ist der Träger des Erasmus-Preises 2019 „für bemerkenswerte Beiträge zur europäischen Kultur, Gesellschaft und Sozialwissenschaft“ und damit der einzige amerikanische Komponist, dem diese Ehre in der 61-jährigen Geschichte dieser Auszeichnung zuteilwurde. Als Fürsprecher seiner Komponistenkolleg*innen hat Adams über 100 neue Werke uraufgeführt, darunter Werke von Komponisten wie Glass, Riley, Rihm, Wolfe und Gordon sowie Werke junger aufstrebender Größen. Für sein „außergewöhnliches Engagement für amerikanische Komponist*innen“ wurde er 2021 von der Columbia University mit dem Ditson Conductor’s Award ausgezeichnet. Weitere Preise umfassen den Grawemeyer Award 1993 für sein Violinkonzert und den Pulitzer Prize 2003 für On the Transmigration of Souls, einen Kompositionsauftrag des New York Philharmonic zum Gedenken an den 11. September. Er wurde in Harvard und Yale zum Ehrendoktor ernannt, ebenso an der Northwestern University, der Cambridge University, der Juilliard School und der Royal Academy of Music. 2009 wurde er mit dem National Endowment for the Arts Opera Award ausgezeichnet. Adams bezieht auch als Autor engagiert Position – er veröffentlichte unter anderem Beiträge für die New York Times Book Review sowie die viel gepriesene Autobiographie Hallelujah Junction.

Als Dirigent gastiert Adams bei den international führenden Orchestern mit Programmen, die eigene Schöpfungen mit einer breiten Vielfalt von Werken veknüpfen, von Beethoven und Mozart hin zu Sibelius, Strawinsky, Bartók, Zappa, Glass und Ellington. In der jüngeren Vergangenheit stand er am Pult der Berliner Philharmoniker, des Königlichen Concertgebouw-Orchesters, des London Symphony Orchestra, der Wiener Symphoniker sowie, unter anderem, der Orchester von Seattle, Cleveland, Rotterdam, des New York Philharmonic, der BBC Symphony sowie der Tokyo Metropolitan Symphony. Seit vier Jahrzehnten pflegt er besonders enge Beziehungen zum Cleveland Orchestra, zum San Francisco Symphony Orchestra und zum Los Angeles Philharmonic Orchestra, wo er seit 2009 die Position eines Creative Chair innehat. Zweimal war er Musikdirektor des Ojai Festivals in Kalifornien.

Im Jahr 2022 veröffentlichte Nonesuch Records die 40-CD-Box „John Adams Collected Works“, eine Sammlung von Aufnahmen aus mehr als vier Jahrzehnten der Karriere des Komponisten bei diesem Label. Zu den weiteren Veröffentlichungen aus jüngerer Zeit gehören die Ersteinspielung von Must the Devil Have All the Good Tunes? (Deutsche Grammophon 2020) mit Yuja Wang, dem Los Angeles Philharmonic und Gustavo Dudamel; Doctor Atomic (Nonesuch 2018) mit Adams als Dirigent der BBC Singers und des BBC Symphony Orchestra sowie die „John Adams Edition“ der Berliner Philharmoniker, ein Box-Set mit Live-Aufnahmen aus dem Jahr 2017 unter der Leitung von Adams, Gustavo Dudamel, Alan Gilbert, Kirill Petrenko und Sir Simon Rattle.

Zusammen mit seiner Frau, der Fotografin Deborah O’Grady, hat Adams die Pacific Harmony Foundation gegründet, die junge Komponist*innen, Ensembles und Musikpädagogik fördert. Ihre Tochter Emily Davis Adams ist Malerin, ihr Sohn ist der Komponist Samuel Carl Adams.

John Adams’ offizielle Website ist www.earbox.com.

September 2025
(Diese Biographie kann kostenfrei in Programmheften mit dem folgenden Nachweis abgedruckt werden: Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Musikverlags Boosey & Hawkes.)

 

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